Werftdreieck Rostock I 2016

Einphasiger, städtebaulich-freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb

Architektur I Städtebau ARQ Architekten Rintz und Quack

WIRO Wohnen in Rostock Wohnungsgesellschaft mbH und Hansestadt Rostock
9,7 ha
Philipp Rösner I Dominikus Littel I Antonina Varisella

Die Offenlegung des Kayenmühlengrabens bietet die einmalige Chance einen charakteristischen Grünraum im neuen Quartier Werftdreieck zu entwickeln. Der neu entstehende Freiraum ist ein qualitativ hochwertiges Grünband in der soliden städtebaulichen Anordnung. Beginnend mit einer großzügigen Aufweitung im Süden erstreckt sich der Bachraum nach Norden und schafft dabei differenzierte Aufenthaltsqualitäten.

Die große Freifläche kann als Liege- und Spielwiese genutzt werden. Sie bildet von der S-Bahn kommend den grünen Auftakt ins Quartier und schafft gleichzeitig die Verbindung zu den Grünräumen der angrenzenden Quartiere und dem Botanischen Garten. Im Süden und Westen wird das neue Quartier Werftdreieck durch einen raumbildenden Baumschleier von den umliegenden Bahntrassen und der Lübecker Straße abgeschirmt. In diesen stärker frequentierten Bereichen werden auch lautere Aktivitätsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche vorgesehen. Entlang des neuen Trassenverlaufes der Tramgleise wird die Heinkelwand als Denkmal erhalten und durch Heckenpflanzungen optisch verlängert. Dieses süd-westlich rahmende Vegetationband aus Bäumen und Hecken fungiert zudem als grüne Lärmreduktion.

Der Kayenmühlengraben als zentrales Element des Grünzugs wird ab dem Mischwassersammler offengelegt und erhält ein stimmiges Verhältnis aus naturnahem als auch urbanem Bachbett. Bastionen an den Rändern der angrenzenden Bebauung beeinflussen den Verlauf des Baches und verhelfen ihm dadurch zu einer mäandrierenden Bewegung. Die Bastionen bilden hydrologische Staustufen, wodurch zum einen verhindert wird, dass der Bach im Sommer trocken fällt als auch die Wasserfläche vergrößert wird. Das Profil des Baches ist so ausgelegt, dass es mit stark schwankenden Wasserständen zurecht kommt und stets Aufenthaltsqualitäten generiert. Einen besonders wichtigen Aspekt der Nachhaltigkeit stellt das problemlose Ableiten von anfallendem Oberflächenwasser im neuen Quartier dar, die vom Bachlauf aufgefangen werden können. Wie von der Stadt Rostock gewünscht können zusätzlich auch andere umliegenden Flächen vom Mischwasserkanal entkoppelt werden, um das Regenwasser in den Bach einzuleiten. Das Bachbett ist so konzipert, dass es mit den Anforderungen sowohl zukünftiger Starkregenereignisse als auch längeren Trockenperioden zurecht kommt.

Entlang des Baches werden unterschiedliche Freiraumqualitäten geschaffen. Bastionen mit Sitzgelegenheit und kleinen Spielgeräten, Liegewiesen, naturnahe Uferabschnitte und Rasensitzstufen laden entlang des Baches zum Verweilen ein. Zahlreiche Holzdecks und der seichte Böschungsverlauf eröffnen die Möglichkeit das Wasser im Quartier sowohl aktiv als auch passiv Erleben zu können.